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Flag Counter Marktplatz Mittelstand - EsoterischeLebensberatungStein

Das Erste mal.

"Ich kann mein Leben nicht länger einfrieren.

Ich habe Schulden bei meinem Körper.

Ich habe ihn jahrelang jeder sinnlichen Berührung

durch andere Menschen beraubt.

Ich habe mir den einfachsten und wichtigsten

Genuss in meinem Leben nicht gegönnt..."

Das erste Mal

Die Sonne scheint. Es ist ein warmer, wolkenloser Tag. Ich zähle die Hausnummern der Felsenstr in Stein bei Nürnberg. Ich habe mich schön angezogen, hatte die Kleidung schon vor ein paar Tagen zurückgelegt.

Während ich die Stufen im Treppenhaus hinaufsteige, taste ich meinen Puls. Er klopft schnell und kräftig. Noch bevor ich im zweiten Stock angekommen bin, öffnet sich bereits die schwere Tür. Eine fremder Mann begrüßt mich, und ich überlege, ob sie Deva ist, der auf den Fotos ganz anders aussah. »Du bist die, die zu Deva möchte?«, errät er und führt mich in ein Zimmer, wo ich warten soll.

Nachdem Er mich verlassen hat, erkenne ich den Raum. Ich wollte hierher, weil ich es auf den Fotos am schönsten fand. Und dennoch übertrifft es meine Erwartungen. Der Raum ruht in einem breiten und hohen schrägem Fenster, das ihn zu umarmen scheint. Licht schmilzt in seinem weißen Vorhang. Ich bin überrascht von dem Massagetisch - denn ich hatte nur eine Matte auf dem Boden erwartet. Der Raum wirkt auf den ersten Blick fast leer. Mein Auge entdeckt erst nach und nach seine Geheimnisse. Er ist hell und klar.

Deva betritt das Zimmer. Sein Gesicht ist fremd und vertraut zugleich. Er begrüßt mich sehr freundlich. Ich weiß, dass er alle Gäste so herzlich willkommen heißt. Es ist Teil seiner Arbeit. Ich sehe es seinem Lächeln an und höre es in seiner Stimme. Es könnte gar nicht anders sein, denn wir sind uns ja noch fremd. Dann beginnt das Eis zu brechen, als ich auf seine Frage hin offen zugebe, aufgeregt zu sein. Denn ich bin aufgeregt. Ich hatte vor dieser Begegnung Angst. Ich hatte Zweifel und Bedenken. Ich war gestresst und habe sogar ein-, zweimal schlecht geschlafen. Mein Geständnis entlockt ihm ein Lächeln. »Das ist normal«, sagt er, »dass man beim ersten Mal aufgeregt ist. Das macht es noch schöner.«

Er zeigt mir, wo ich meine Kleider ablegen kann, und lässt mich allein. Ich ziehe mich aus und stelle fest, dass das neue Paar Socken durch meinen Zehnägeln eine schwarze Kante hinterlassen hat, die mir peinlich ist. Ich versuche, sie wegzureiben. Dann betrachte ich die beiden Kimonos auf der Kleiderstange. Der schwarze ist mir etwas unheimlich, da ich nicht auf Anhieb verstehe, wie er geschnitten ist. Also lasse ich ihn hängen und nehme den blauen. Ich gefalle mir ganz gut darin und betrachte mich im Spiegel. Dann gehe ich weiter um den Massagetisch herum und betrachte die kleinen Dinge, die am Boden dekorativ angeordnet sind. Manches kommt mir bekannt vor.

Als Deva zurückkommt, erzähle ich ihm, dass ich noch nie eine Freundin/Freund hatte. Er soll wissen, dass ich ihm einen Teil meiner »Unschuld« schenke. Auch darüber habe ich in den letzten Tagen nachgedacht. Ich kann mein Leben nicht länger einfrieren. Ich habe Schulden bei meinem Körper. Ich habe ihn jahrelang jeder sinnlichen Berührung durch andere Menschen beraubt. Ich habe mir den einfachsten und wichtigsten Genuss in meinem Leben nicht gegönnt. Ich habe mir selbst damit wehgetan. Es hat mich unglücklich gemacht. Mein Leben war von Körper- und Sexualfeindlichkeit geprägt. Nachdem mir das bewusst geworden war, entdeckte ich die gleichen Hemmungen in meiner Familie, meinem Freundeskreis und allen westlichen Kulturen. Und ich beschloss, ein ganzer Mensch zu werden. »Darum bin ich hier«, schließe ich. »Das ist ja dann spannend«, sagt Er berührt. »Das dachte ich«, antworte ich lächelnd.

Die Fronten sind geklärt. Ich bin noch Jungfrau und habe dich auserkoren, um mich in die körperliche Liebe oder zumindest einen Teil davon einzuführen. Ich liefere mich ihm aus und vertraue mich ihm an. Ich werde mich ihm vollkommen ergeben. Es wundert mich nicht, dass es nun auch für ihn spannend geworden ist. Ich weiß, dass er allen seinen Gästen mit Liebe und Zuneigung begegnen möchte, und das bewundere ich. Doch ich bin froh, ihm einen Grund gegeben zu haben, mich zu mögen. Denn ich spüre, wie seine maskenhafte Freundlichkeit einer beginnenden Zuneigung weicht. Das Eis ist gebrochen.

Es ist soweit. Er bittet mich, mich ihm gegenüber auf den Massagetisch zu setzen. Wir sehen uns in die Augen, wie ich es auf seiner Webseite gelesen habe. Er ist mir schon so vertraut, dass es mir gar nicht schwer fällt. Er hat ein breites, ernstes Gesicht. Je länger ich es ansehe, desto schöner finde ich es. Seine Augen leuchten Holzfarben. Für die nächsten zwei Stunden wird er mich auf eine sinnliche Reise durch meinen Körper entführen. Wenn mich irgendetwas beunruhigt, soll ich es sagen. Doch ich weiß, was mich erwartet.

Unsere Hände liegen aufeinander. Ich soll die meinen zurückziehen, wenn ich bereit bin. Das klingt im ersten Augenblick wie ein Widerspruch. Ich zögere, weil mir die Kontrolle über den Zeitpunkt gefällt; vielleicht auch, weil ich Angst habe. Er nimmt eine unentschlossene Bewegung von mir zum Anlass, seine Hände sanft zurückzuziehen, und ich gehe darauf ein. Das Spiel hat begonnen.

Er bittet mich, mich neben den Tisch zu stellen und ihr den Rücken zuzuwenden. Dann lehnt sie sich an mich. Ich spüre ihren Atem. Sie beschreibt eine Spirale, von der ich bei Andro gelesen habe, abwärts um meinen Körper, um mich wie einen Baum mit der Erde zu verwurzeln. Er kniet vor mir nieder, berührt mit seinem Kopf den Boden zu meinen Füßen. Es bewegt mich, ihn so zu sehen.

Er greift von hinten um meine Lenden und öffnet den Gürtel meines Kimonos. Dann löst er ihn von meinen Schultern und lässt ihn zu Boden gleiten. Ich sehe an mir herab und bemerke meine leichte Erektion. Dann konzentriere ich mich auf seine Berührung, die an meiner Körperrückseite auf und ab streicht.

Nun soll ich mich mit dem Bauch auf den Massagetisch legen. Er ist angenehm weich. Er bittet mich, mich weiter nach oben zu legen, da meine Füße über das Ende hinausragen. Dann fragt er mich, ob ich ein Kopfkissen möchte; manche mögen eines, andere nicht. Ich versuche es ohne, da ich auch ohne Kissen auf dem Bauch schlafe. Allerdings soll ich nun beide Arme neben den Körper legen, was die Spannung auf den Hals etwas erhöht. Ich überlege, ob ich ihn vielleicht doch noch nach dem Kissen fragen soll, aber er hat schon mit der Massage begonnen.

Er wendet sich meinem Rücken zu, und ich bin nur noch Rücken, chronisch verspannt vom vielen sitzen, froh über jede Berührung. Er streicht mit den Daumen die langen Rückenstrecker neben meiner Wirbelsäule aus, und ich genieße es, denn ich hatte die ganze Woche Rückenschmerzen. Er wippt meinen Unterleib hin und her, und ich überlege, ob ich die Bewegung unterstützen soll oder zu steif bin, oder was er wohl damit bezweckt; er will mich vermutlich locker machen.

Ab und zu streicht er über meine Füße, und wir bemerken dann beide, dass sie noch kalt sind. Er massiert sie nach und nach warm. Im Hintergrund läuft Musik, die ich jedes Mal sehr schön finde, wenn ich auf sie achte, und sie dann über ihren Berührungen wieder vergesse.

Er wendet sich meinem rechten Arm zu, zieht ihn lang und klopft meinen Bizeps sachte auf die Liege. Ich öffne die Augen und bemerke, dass er sein Oberteil abgelegt hat. Er trägt nur noch eine Kette aus Silber. Ich schließe wieder die Augen, da ich ihn nicht anstarren möchte.

Er massiert meine Hand und kniet dazu herab. Als ich die Augen öffne, sehe ich nur seinen Kopf und Schultergürtel über dem Liegenrand. Sein Gesicht ist vollkommen entspannt, ruhig und konzentriert. Er nimmt ernst, was er tut, tut es aufmerksam und hingebungsvoll, ohne Hast, ohne Ärger und ohne Angst. Er ist schön. Unsere Blicke treffen sich, und er lächelt mich an. Sein Lächeln zeigt mir, dass er Freude hat an dem, was er tut. Es erzählt mir, dass er in diesem Augenblick eins ist mit meinem Körper und der Welt. Ohne jede Furcht. Er lächelt mich so selbstverständlich an, als würde ich seit Jahren bei ihm sein. Und ich lächle zurück. Mein Lächeln sagt ihm, dass ich wie ein kleines Kind all das genieße, was er mit mir tut. Dass ich ihm vertrauen möchte. Dass ich mich ganz in seine Hände legen will, bis ich nur noch treibe wie ein Blatt im Wasser, das alles um sich herum vergessen hat. Ich bin im Bann seiner Berührung. Ich genieße es, mich ihm auszuliefern, mich seinen liebevollen Händen hinzugeben.

Nun kommt der andere Arm. Ich warte wieder, bis sich sein verwirrender Körper unter den Horizont der Liege gesenkt hat. Dann öffne ich die Augen, um sein Gesicht zu betrachten, aus dem alle Anspannung verschwunden ist. Er schenkt mir wieder ein Lächeln. Nicht, weil er muss, oder aus Höflichkeit, sondern weil er es fühlt. Es taucht aus ihm auf wie der Mond in einem stillen See.

Ich weiß nicht mehr, was vorher und nachher ist. Er reibt seine Hände warm und legt sie auf meinen Rücken, dort, wo ihn verkürzte Muskeln ins Hohlkreuz ziehen. Dann wandert sein heißer Atem meine Wirbelsäule entlang. Unterwegs verliere ich ihn, da mein Körper verlernt hat, so zarte Empfindungen zu spüren. Er legt sich auf mich, ruht mit seinem ganzen Gewicht auf mir. Er ist eine Kräftiger und doch auch zierlicher Mann und doch angenehm schwer. Es wundert mich, dass ich seine Brust nicht fühlen kann, und ich verstehe erst später, dass sich sein Druck verteilt. Ich kann nur ahnen, wie weich sie ist. Es kostet Kraft, seinen Körper mit meinem Atem zu heben, und macht gleichzeitig Spaß. Er atmet mit mir, atmet heiß in meinen Rücken. Es ist ein aufregendes Spiel.

Er beugt sich langsam über mich und berührt meinen Kopf mit seinem Bauch. Ich öffne die Augen und sehe seine Körperseite, die sich über mich wölbt. Er atmet mit mir, und sein Bauch schmiegt sich an mich.

Zwischendurch spielen wir immer wieder ein Spiel mit unseren Händen, und jedes Mal ein wenig zärtlicher. Er streicht meine Arme aus, die mit den Handflächen nach oben unsichtbar neben mir liegen. Wenn seine Hände durch die meinen gleiten, bewege ich meine Fingerspitzen ein wenig, um die seinen so lange wie möglich zu spüren, bevor ich sie verliere. Obwohl ich mich nur wenige Millimeter bewege, habe ich Skrupel, weil ich meine Rolle nicht verletzen möchte. Denn nun bin ich es, der ihn berührt. Unendlich vorsichtig. Ich möchte ihm damit zeigen, wie sehr ich seine Zuwendung genieße. Ich möchte seine Zärtlichkeit erwidern, auch wenn ich das nicht darf. Es ist ein verwirrendes Spiel.

Mein Schienbein liegt auf seinem Schenkel. Ich mache mir Sorgen, dass es sie drücken könnte. Doch dann würde er sie wohl anders legen. Nun kommt mein anderes Bein an die Reihe, und ich genieße die zärtliche Wiederholung des Ablaufs. Er legt es der Länge nach an seinen weichen Körper, vielleicht an seinen Bauch. Dann kommt er zu meinem Fuß, und ich scheue mich davor, ihr die ganze Last meines Beines zuzumuten. Er bemerkt es. »Ganz schwer machen«, sagt er leise, sagt es voller Hingabe, und ich lasse mich fallen, verheddere mich nur noch kurz in Gedanken und spüre dann, wie seine Fingerspitzen meinen großen Zeh umschließen. Die Empfindung prägt sich in mich ein und formt eine neue Erkenntnis, die mich zu begleiten beginnt. Er ist lieb.

Er ist mal hier und mal dort. Ich habe keine Ahnung, wo er steht, denn er bewegt sich lautlos. Seine Fingerspitzen streichen von meinen Füßen bis zu meinem Kopf, und ich genieße es in vollen Zügen, wenn sie unterwegs mein Perineum besuchen. Ich bin so froh, dass sie immer wiederkommen, versuche es ihr mit meinen Atemzügen zu zeigen. Es ist schön, dort von ihm berührt zu werden.

Nun soll ich mich auf den Rücken legen. Mein intimster Bereich liegt offen vor ihm. Doch da ich inzwischen Vertrauen gefasst habe, gebe ich mich gerne hin. Ich weiß, dass er nur tun wird, was gut für mich ist. Darum kann er mit mir machen, was immer Er will. Ich vertraue ihm vollkommen.

Gleichzeitig bemerke ich, dass die Spitze meines Gliedes feucht ist. Ich möchte ihm das nicht zumuten und bitte ihn schüchtern um ein Tuch, um den Tropfen abzutupfen. Es überrascht mich, dass er zähflüssig ist - damit hatte ich nicht gerechnet. Nun überlege ich, ob ich das Tuch zu meinen Sachen werfen soll, die sehr weit weg zu liegen scheinen. Doch er bietet an, mir das Tuch abzunehmen, und ich bin froh darüber. Es macht ihm nichts aus, es zu berühren.

Er streichelt mich mit seinen Haaren und schickt mit einer großen weichen Feder Schauer der Entzückung über meine Haut. Dann folgt eine liebevolle Gesichtsmassage. Nach der Freude über seine Zärtlichkeit, die mich eher gedanklich berührt hat, beginnt sich nun körperliche Ekstase abzuzeichnen. Er streicht Öl auf meine Erogenen Zonen, was mich an eine Abbildung auf Devas Webseite erinnert. Einige davon waren neu für mich. Ich kannte allerdings die sensiblen Stellen auf meinem Bauch, links und rechts unter dem Rippenbogen. Er zucken zusammen, als sie über Er streicht. Auch mein Körper beginnt, mit ihm Freundschaft zu schließen. Er bebt unter seinen Berührungen.

Ein kribbelndes Gefühl breitet sich in meinen Armen aus, als seien sie abgestorben gewesen. Doch das kann nicht sein, denn sie lagen ganz entspannt. Ich lege sie zur Sicherheit ein- oder zweimal um und bewege meine Schultern. Die Empfindungen, die Deva in meinen Körper zaubert, werden immer intensiver. Meine Brust schwillt in tiefen Atemzügen. Noch nie habe ich so viel geatmet. In meinen Händen entsteht ein Vibrationsgefühl. Es breitet sich aus. Gleichzeitig baut sich in meinem Rumpf eine andere Spannung auf. Meine Muskulatur verhärtet sich unter seinen Berührungen, die nun noch sinnlicher geworden sind. Ich ahne, dass ich auf der Schwelle zu einer neuen Erfahrung stehe, und bin benommen von dem intensiven Genuss. Ich weiß nicht, wie mir geschieht, und ob ich so viel Glück ertragen kann. Auch mein Körper hat Angst. Angst vor dem Glück. Und so bahnt sich das Druckgefühl meiner Blase, die schon immer Angst vor Männern hatte, ausgerechnet jetzt den Weg in mein Bewusstsein und erfüllt mich mit Sorge. Ich habe Angst, die Kontrolle zu verlieren, denn ich muss immer alles kontrollieren, meine Gefühle und meinen Körper. Sein Spiel ist so schön, dass ich es kaum über mich bringe, ihn zu bremsen. Sein Atem tanzt auf mir, und seine Hände schicken Gefühle über meinen Körper, die ich nicht kannte. Als sein Kopf in die Nähe des meinen kommt, kann ich seinen Namen nur flüstern. Es ist, als würde ich den Flug eines Adlers unterbrechen.

»Kann ich kurz auf die Toilette gehen, oder bringt uns das raus?« Natürlich bringt es uns raus, was er aber nicht sagt. Er reagiert verständnisvoll. Er ahnt vielleicht, was mir gar nicht klar ist: es hat mich so überwältigt, dass ich Angst bekam und nun um eine Pause flehe.

Andererseits stelle ich im Bad dann fest, dass meine ängstliche Blase tatsächlich sehr gefüllt war. Das Kribbeln in meinen Händen klingt ab. Ich mache mich sauber und kehre zu Deva zurück. Ich muss lächeln, als ich ihn wiedersehe, einfach weil ich mich freue. Ich lege mich zurück auf die Liege, zuerst nicht ganz in die Mitte, worauf er mich aufmerksam macht. Ich hatte gehofft, wir würden genau dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten; aber wie sollte das gehen, nachdem ich den Spannungsbogen gekappt habe. So vollzieht er nun das Waschritual, was ja auch ganz passend ist. Ich habe das Gefühl, als hätte ich durch meinen Ausflug ins Badezimmer einen Teil der Magie zerstört. Es kommt mir vor, als hätte sich all das vorsichtige Vertrauen und die Erregung, die mein Körper nach und nach aufgebaut hatte, wieder verflüchtigt. Jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen - wie schade. Doch er tut es voller Verständnis und Anteilnahme. Er faltet seine Hände und schließt die Augen. Es ist ein stilles Bild des Friedens. Ich lehne mich zurück, obwohl ich schon liege, und lasse mich wieder in seine Obhut fallen.

Er wäscht mich sehr zärtlich. Während er die unsichtbaren Waschlappen in das warme Wasser taucht, bleibt er mit einer Hand bei mir. Er weiß, wie sehr ich an seinen Berührung hänge. Wenn er auch seine zweite Hand kurz zum auswringen braucht, verabschiedet er sich von mir mit einem zarten Druck. Er berührt mich jetzt nicht mehr an der Oberfläche meiner Haut. Er berührt mich ganz tief in meinem Inneren.

Nun kommt das Finale, dessen tiefere Dimension sich mir erst in den folgenden Tagen erschließen wird. Er kniet zwischen meinen Beinen, die er um sich herum gelegt hat, und massiert meinen Penis. Er tut es geduldig und ausgiebig. In meinem Kopf beginnt es heftig zu arbeiten. Mein Bewusstsein ist getrübt. Mir ist nicht klar, dass gerade etwas Gewaltiges mit mir passiert. Er berührt mich an meiner intimsten Stelle, sehr lange und intensiv. Das ist in gewisser Weise ein Schock für mich. Allein das Bild ist schon drastisch, wie ich auf dem Rücken liege, die Beine um ihn gelegt, sie aber nicht zu umklammern wage, eine Hand neben seinem Knie, das ich mich kaum berühren traue, die Augen zitternd geschlossen.

Manchmal, wenn er ein besonders merkwürdiges Gefühl auf meiner Eichel erzeugt, hebe ich kurz die Augenlider, weil ich mir nicht erklären kann, wie er das allein mit ihren Händen gemacht hat. Doch dann sehe ich seinen Kopf am unteren Rand meines Blickfeldes in einigem Abstand zu meinem Unterleib und komme zu dem Ergebnis, dass sein Mund nicht beteiligt gewesen sein kann. Ich bin verwirrt. Meine Gedanken sind geprägt vom zweiten Durchleben einer traumatischen Erfahrung, ohne dass mir das bewusst wird. Stattdessen denke ich, dass ich nicht sehr erregt bin, gern stärker erregt wäre, aber nicht genau weiß, was ich tun kann. Ich versuche, meinen PC-Muskel anzuspannen. Vielleicht wertet er es irrtümlich als spontane Reaktion, denn seine Massage scheint darauf Bezug zu nehmen. Später werde ich mich nicht einmal erinnern können, ob ich eine Erektion hatte, beziehungsweise wie stark sie war. Denn seine Berührungen sind so neu und anders als die, die ich kannte. Auch fühlt man, wenn man seinen eigenen Penis in der Hand hält, deutlich die Stärke der Erektion mit den Fingern; doch wenn ihn jemand anders berührt, ist es verblüffend ungewiss. Meine Gedanken drehen sich darum, dass ich unbedingt zum Orgasmus kommen will. Und dann denke ich, dass er das »alleine machen muss«. Diesen Gedanken habe ich in einer ähnlichen, nur viel unangenehmeren Situation schon einmal gedacht, wie mir später klar werden wird. Und dann werde ich auch erkennen, dass unbewusste Hemmungen und die traumatische Erfahrung von damals jetzt meine Erregung blockieren.

Schließlich sagt er: »Ich glaube, es ist jetzt gut, oder?« Ich nicke erschöpft von meinem inneren Kampf und bin frustriert, nicht zum Orgasmus gekommen zu sein. Dann fragt er: »Brauchst du noch etwas?«, was ich nicht ganz einordnen kann. Ich schüttle jedenfalls den Kopf. Später werde ich mir Sorgen machen, dass ich vielleicht gar keine Erektion hatte, weshalb sie nach einer halben Stunde Lingam-Massage schließlich aufgab. Oder hat er mich einfach nur massiert, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben? Letztendlich wird mir diese Frage nicht mehr wichtig erscheinen.

Zum Abschluss streicht er über meine Brust, während er an der Liege entlang zu meinem Kopf geht. Er entdeckt die Träne in meinem Gesicht und streicht sie gerührt von meiner Wange. Dabei kommt ein Seufzer so weich und tief aus seinem Inneren, dass ich an seiner Anteilnahme keinen Zweifel habe. Wir sehen uns an, und ich spüre, dass ich diesen Augenblick nie vergessen werde.

Er hat mich mit einem Tuch bedeckt, bis auf den linken Fuß, der zu weit außen lag, und das Zimmer verlassen, um uns etwas zu trinken zu holen. Meine Arme vibrieren in einem kribbelnden Gefühl, das gegen Ende der Massage zurückkam und nun auch Schultergürtel und Kopf erfasst. Es ist sehr intensiv.

Nach einiger Zeit kommt er mit zwei Gläsern zurück, in die er Mineralwasser gießt. Ich setze mich langsam auf. Das schöne, seidenartige schwarze Tuch, in das Rosen gestickt sind, wenn ich sie recht erkenne, fällt dabei in meinen Schoß. Ich bin noch etwas benommen, stoße still mit ihm an, bevor ich zu trinken beginne. Dann erzähle ich ihm von dem kribbelnden Gefühl, hinter dem ich zunächst »Energie« vermute, bis er mir erklärt, dass es mit meiner verstärkten Atmung und dem zusätzlichen Sauerstoff zusammenhängt. »Ist das gut oder schlecht?«, frage ich und lerne aus seiner Antwort, dass man diese Empfindungen nicht zu werten braucht.

Meine Zähne stoßen beim Trinken an das Glas; ich bin noch nicht ganz bei mir. Während er mich ansieht, senke ich schüchtern den Blick. Ich taste mich nur langsam nach all den berauschenden und verwirrenden Eindrücken in die Gegenwart zurück.

Er erklärt, dass es sehr schön für ihn war, mich zu massieren, und ich spüre, dass es von Herzen kommt. Ich empfinde es als Kompliment und bedanke mich dafür.

Ich kannte vorher keinen Mann, der so ehrlich und mutig seine Liebe zur menschlichen Natur entfaltet hat. Und ich musste sein spirituelles Weltbild nicht teilen, um das anzuerkennen. Tatsächlich konnte ich die Massage von Meridianen, Akupressurpunkten und Reflexzonen auch genießen, ohne an eine Heilung innerer Organe zu glauben. An den tiefgreifenden Auswirkungen ihrer liebevollen Berührungen auf meine Psyche und mein Leben habe ich dagegen keine Zweifel. All das erzähle ich ihm nicht.

Wir sprechen über die Unterbrechung. Ich frage ihn, ob er mich auch sonst gewaschen hätte. Er bejaht, diese Ruhephase wäre auch sonst gekommen. Ich erzähle ihm, dass ich gegen Ende der Massage Schwierigkeiten hatte, mich fallen zu lassen, und zuviel nachdachte, obwohl ich wusste, dass es nur um das Beobachten und Wahrnehmen ging, wie er in seinem Vortrag geschrieben hatte. Er fragt mich, woran ich gedacht habe - an meinen PC-Muskel, das wunderte ihn. »Ich wusste nicht, ob man ejakuliert, und wie ich Dir helfen sollte«, erkläre ich ihm, und verschweige ihm den merkwürdigen Gedanken »Das muss sie alleine machen«, dessen zurückliegende traumatische Ursache ich erst später erkennen werde. Ich äußere die Vermutung, dass man sicher lernen kann, sich bei der Lingam-Massage fallen zu lassen, und er stimmt mir zu.

Ich steige vom Tisch, und mir wird bewusst, dass ich immer noch nackt in seiner Gegenwart bin. Es ist beeindruckend, weil er mich so intim gesehen und berührt hat, dass ich mich eigentlich nicht mehr zu bedecken brauche. Ich greife dennoch zu dem blauen Kimono. Dann erkläre ich, dass ich wohl duschen gehen werde, und er sagt, dass er sich jetzt auch so langsam fertig machen muss. Er gibt mir ein Handtuch und sieht nach, ob das Bad frei ist.

Zurück im Zimmer ziehe ich mich an. Er zieht den Vorhang zurück und öffnet das Fenster, um frische Luft hineinzulassen. Ich betrachte die gegenüberliegende Häuserfront mit vielen herabgelassenen Jalousien und überlege, ob uns jemand sehen kann. Wir sprechen über das warme Wetter. Jetzt steht er mir gegenüber. Es ist eigenartig, da sich unsere Rollen wieder geändert haben.

Ich frage ihn, ob ich ihm nun das Geld geben soll. Er zuckt mit den Schultern und bringt zum Ausdruck, dass das schon ein guter Zeitpunkt wäre. Er legt es auf den Tisch; dort kann ich es ja nächstes Mal gleich deponieren, denke ich später, was uns diesen eigenartigen Vorgang des Bezahlens ersparen würde.

Deva bringt mich freundlich zur Tür. Er sieht mir nach, während ich die Stufen herabsteige. Kurz bevor die schwere Tür ins Schloss fällt, drehe ich mich zu ihm um und sehe ihn in dem sich schließenden Spalt.

Es waren die aufregendsten Stunden in meinem Leben. Einen Tag später sitze ich im Kino und weine, obwohl ich noch nie im Kino geweint habe. Und ich denke, dass mein Besuch bei Deva genauso spannend war wie ein Kinofilm. Doch es war kein Film. Es war Wirklichkeit.

(Dieser Bericht stammt von einem meiner Massagegäste, der nicht genannt werden möchte. Ich bedanken mich für die Offenheit (und für den Text der mich sehr berührt hat.)

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